Der erste Eindruck ist entscheidend

In der Regel  ist die schriftliche Bewerbung Ihre erste Visitenkarte. Schon deswegen  ist es wichtig, dass das Bewerbungsschreiben absolut einwandfrei ist.  Sie sollten auf jeden Fall die geltenden Standards beachten - was nicht  heißt, daß Ihre Bewerbung nicht auch individuell sein darf.
Schließlich sind Sie kein Roboter, sondern wollen ja auch ihre  persönliche Note vermitteln.

Was gehört zur schriftlichen Bewerbung?

Alle Unterlagen sollten das Format DIN A 4 haben. Den Lebenslauf und die Kopien  schützen Sie in einem hochwertigen, aber neutralen Klemmhefter. Das  Bewerbungsanschreiben soll als loser Brief in diesem Hefter liegen.  Verwenden Sie am besten neutrales Papier, namentliche Prägungen wirken  oft zu protzig. Verfassen Sie bitte alle Dokumente mit Hilfe eines PC  oder einer Schreibmaschine - es sei denn, Sie werden ausdrücklich zu  einem handschriftlichen Text aufgefordert.

  • Das persönliche Bewerbungsanschreiben,
  • der tabellarische Lebenslauf,
  • ein professionelles Passfoto,
  • die Zeugniskopien (letztes Schuljahr und ggf. letztes Habjahreszeugnis)
  • und alle weiteren in der Stellenanzeige ausdrücklich verlangten Unterlagen

Das Bewerbungsschreiben

Inhaltlich gilt hier:

  • Fassen Sie sich kurz. Sagen Sie klar und deutlich, warum Sie sich für Ihren  Wunschberuf entschieden haben, warum Sie sich für uns entschieden haben  und warum Sie der/die Beste für die entsprechende Position sind.
  • Erfährt der Leser, wann und mit welchem Abschluss Sie Ihre Schulausbildung abschließen möchten?
  • Am Schluss des Anschreibens sollten Sie noch um eine Gelegenheit bitten, sich persönlich vorzustellen.
  • Angaben über besondere Aktivitäten, z. B. im Sportverein, in der Jugendarbeit  oder der Kirchengemeinde schaden nie. Ehrenämter zeigen die  Bereitschaft, sich zu engagieren.
  • Wichtig: Formulieren Sie direkt und selbstbewusst statt zögerlich und fragend.

Formal gilt hier:

  • Vermeiden Sie im Idealfall jegliche Rechtschreibfehler. Im Zweifel die Eltern  oder den  ehemaligen Deutschlehrer kurz über den Text schauen lassen. Das ist nicht peinlich, sondern nur vernünftig. Für die aller gröbsten  Schnitzer tut es auch die Rechtschreibprüfung unter Word.
  • Der Absender gehört oben links hin, und zwar mit Name, Adresse,  Telefonnummer und - wenn vorhanden -
    mit E-Mail-Adresse. Auch das Datum  sollte stimmen.

Inhaltlich gilt hier:

  • Enthält der Lebenslauf die persönlichen Lebensdaten, Informationen über Ihre Schulbildung sowie ausserschulischen Interessen und Tätigkeiten?
  • Der Lebenslauf sollte lückenlos sein. Waren Sie drei Monate in Neuseeland?  Na wunderbar! So lassen Sie uns das doch auch wissen. Schließlich können wir dann davon ausgehen, daß Sie nicht nur selbstständig sind, sondern  vor allem über sehr gute praktische Englischkenntnisse verfügen.

Der tabellarische Lebenslauf

Formal gilt hier:

  • Der tabellarische Lebenslauf heißt nicht umsonst so. Verwenden Sie also  bitte eine tabellarische Form, die dem Namen Rechnung trägt. Schließlich sollten sich dem Leser auf einen Blick sofort alle relevanten Daten  erschließen.
  • Kleben Sie das auf der Rückseite mit Ihrem Namen beschriftete Foto in die  rechte obere Ecke oder, besser noch: befestigen Sie es mit Fotoecken.  übrigens, beim Paßfoto ist auf eine gute Qualität zu achten, es muss  einen sympathischen Eindruck machen. Hier mal eben nur in die Fotokabine zu gehen, wäre an der falschen Stelle gespart.
  • Versenden Sie stets Kopien, nie die Originale. Und zwar die des  Abschlußzeugnisses des vorangegangenen Schuljahres bzw. das  Halbjahreszeugnis des laufenden Schuljahres.
  • Schicken Sie bitte auch die Bescheinigungen über eventuelle Praktika mit.
  • Sollten Sie schulische Kurse besucht haben, die nicht im Zeugnis vermerkt sind, so versenden Sie bitte auch darüber die entsprechenden Belege.
    Dasselbe gilt für Freizeitaktivitäten  - sofern diese für den Berufsalltag relevant sein könnten.
  • Oder hatten Sie bereits einen Ferienjob, der einen Bezug zum Beruf hat, den  Sie erlernen möchten? Wenn ja, dann bitte auch hier eine Bescheinigung  mitschicken.

Zeugnisse und Bescheinigungen

Auch wenn Sie  eine Absage von uns bekommen, gilt: Kopf hoch. Wichtig ist, daß Sie die  Absage nicht persönlich nehmen. Manchmal hat man nämlich einfach nur  Pech. Und wenn viele qualifizierte Bewerber um wenige Ausbildungsstellen konkurrieren, braucht man zum Erfolg halt auch ein wenig Glück. Und  sogar wenn Sie mehrere Absagen erhalten sollten, bedeutet das noch lange nicht, daß Sie für Ihren Wunschberuf ungeeignet sind.

Absage

Im  Ausbildungsvertrag ist festgelegt, wie viele Stunden Sie pro Woche  arbeiten. Die Pausen werden abgezogen. Natürlich zählen dazu auch die  Stunden, die Sie in der Berufsschule verbringen.

Wenn Sie unter  18 sind, dürfen Sie übrigens nicht mehr als acht Stunden pro Tag -  manchmal auch achteinhalb bzw. vierzig Stunden pro Woche arbeiten.  Ebenfalls untersagt ist Nachtarbeit zwischen acht Uhr abends und sechs Uhr morgens - es sei denn, der Job macht dies notwendig, wie zum Beispiel in einer Bäckerei.

Arbeitszeit

Zu jedem  Ausbildungsberuf gehört auch das Lernen in der Berufsschule. Abgesehen  von den beruflichen Grund- und Fachkenntnissen entfällt etwa ein Drittel des Unterrichts auf allgemein bildende Fächer, wie Sozialkunde, Deutsch und Sport. Übrigens: Die Verbindung von Schule und Betrieb bezeichnet  man als duales System. Bei den Berufsschulen gibt es mehrere  Organisationsformen. Entweder der Unterricht findet ein- bis zweimal in  der Woche statt oder als so genannter Blockunterricht gleich zwei Monate am Stück. Der Unterricht soll laut Gesetz mindestens zwölf Stunden pro  Woche betragen.
 

Aufgaben der Industrie- und Handelskammern (IHK)

Bestimmt haben  Sie schon mal irgendwo das Kürzel IHK aufgeschnappt. IHK steht für  Industrie- und Handelskammer. Die IHK sorgt - im Auftrag des  Gesetzgebers - für Ordnung in der Berufsausbildung und Weiterbildung.  Sie prüfen zum Beispiel, ob ein Betrieb geeignet ist auszubilden und ob  er über die entsprechend qualifizierten Ausbilder verfügt. Außerdem  überprüfen sie auch den Ausbildungsvertrag. Ist dieser korrekt, wird er  anschließend noch von der IHK registriert. Bei Schwierigkeiten  vermittelt sie zwischen beiden Parteien. Zu guter Letzt nehmen die  Kammern nicht nur Prüfungen ab, sondern bieten häufig auch eigene  anerkannte Programme an. Vom PC-Kurs über  Betriebswirtschaftsfortbildungen bis zum Existenz Gründungsseminar  findet man hier alles, was der Karriere weiterhilft.

Kurzum: Die IHK ist außer dem Ausbilder Ihr Ansprechpartner und Ratgeber Nummer eins.

Ausbilder

Was in der  Berufsschule der Lehrer, ist im Betrieb der Ausbilder. Derjenige  nämlich, der Ihnen alles erklärt, aber auch in allen anderen Dingen  konsultiert werden kann, kurz: Ihr Betreuer. Der Ausbilder trägt somit  die Verantwortung für Ihren Ausbildungserfolg, aber auch ein wenig für  Ihre persönliche Entwicklung. Deshalb muß ein Ausbilder auch persönlich  und fachlich für seinen Job geeignet sein. Gemäss dem Berufsbildung  Gesetz hat ein Ausbilder nicht nur eine Prüfung in der Fachrichtung  seines Ausbildungsberufs erfolgreich zu absolvieren, sondern auch  berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse vorzuweisen.

Ausbildungsvertrag

Berichtsheft

Eine der  Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlußprüfung ist das so  genannte Berichtsheft (auch Ausbildungsnachweis genannt). In dieses  schreiben Sie sowohl, was Sie während Ihrer Zeit bei uns, aber auch in  der Berufsschule gelernt haben. Im Betrieb unterzeichnet der Ausbilder  das Berichtsheft in regelmäßigen Abständen - vorausgesetzt, Sie führen  das Heft ordentlich. In der Berufsschule macht das der Lehrer. Das  Berichtsheft dient aber mitnichten nur zu Ihrer Kontrolle, sondern ist  vor allem eins: ein unerläßliches Nachschlagewerk, das sich vor allem  vor den Prüfungen als sehr hilfreich erweist.

Berufsschule

Im  Ausbildungsvertrag stehen sowohl Name und Anschrift des Auszubildenden  als auch des Ausbildenden und natürlich die Berufsbezeichnung. Außerdem  ist in diesem Vertrag alles geregelt, was die Rahmenbedingungen Ihrer  Ausbildung betrifft. Also: Beginn und Dauer der Ausbildung, Dauer der  Probezeit, die Ziele der Ausbildung, die Arbeitszeiten, Ihr  Urlaubsanspruch, die so genannten Kündigungsvoraussetzungen, die  Ausbildung Maßnahmen außerhalb des Arbeitsplatzes und - zu guter Letzt - Ihr Verdienst in den jeweiligen Ausbildungsjahren.

Bewerbungstipps

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